Karriere

Markisenbau ist ein wachsendes Handwerksfeld – technisch anspruchsvoll und mit stabiler Nachfrage. Hier finden Sie alle Informationen zu Berufsfeldern, Einstieg und Arbeitsalltag.

Markisenbau: Beruf mit Zukunft

Allein in Deutschland werden jährlich über 320.000 Markisen montiert – davon 210.000 im privaten Bereich und 110.000 im gewerblichen Einsatz bei Gastronomie, Hotels und Einzelhandel. Der Umsatz der Branche lag 2024 bei 1,4 Mrd. €. Das Handwerk schafft sichere Arbeitsplätze in Montage, Technik und Projektsteuerung und bietet klare Aufstiegsmöglichkeiten. (Quelle: Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz).

Wer im Markisenbau arbeitet, verbindet handwerkliche Präzision mit Kundenorientierung und technischer Vielfalt.

Berufsfelder im Markisenbau

Markisen werden an Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften, Mehrfamilienhäusern sowie an gewerblichen Objekten wie Restaurants, Hotels und Ladenlokalen montiert. Je nach Einsatzort unterscheiden sich Aufgaben, Belastung und Technik. Bei Privatkunden stehen Terrassen- und Balkonmarkisen im Vordergrund, bei Gewerbe großflächige Anlagen mit Motorsteuerung und Wind- oder Sonnensensoren. Auch Fassadenmarkisen und Pergolasysteme gewinnen stark an Bedeutung – besonders im städtischen Raum.

Im Bereich Technik und Montage geht es um Befestigungssysteme, die sichere Verankerung in Beton, Ziegel oder Holz, den Einbau von Elektromotoren sowie die Integration von Steuerungstechnik. Elektriker kümmern sich um Anschluss, Programmierung und Sicherheit der Automatisierung. Andere Fachkräfte sind für Wartung, Tuchwechsel oder Reparaturen zuständig. Präzises Arbeiten ist zwingend notwendig, da schon ein Millimeter Abweichung bei der Montage zu Fehlstellungen führen kann.

Abseits der Baustelle arbeiten Fachkräfte in Beratung, Planung oder Projektsteuerung. Auch Einkauf, Logistik und Qualitätskontrolle sind feste Bereiche in Markisenbetrieben. Wer technisches Wissen mitbringt, kann in die Kundenberatung wechseln oder Schulungen leiten. In der Entwicklung arbeiten Ingenieure an neuen Tuchmaterialien, langlebigeren Gestellen und smarter Steuerungstechnik – häufig in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie dem Institut für Fenstertechnik Rosenheim.

Einstieg in den Markisenbau

Der Einstieg gelingt über spezialisierte Lehrgänge wie die „Markisenschulung“ von Würth. Dieser Kurs vermittelt Arbeitssicherheit, Untergrundbewertung, Befestigungstechnik und den Einbau von Motorsteuerungen. Kurse wie diese richten sich an Facharbeiter und Monteure für den technischen Sonnenschutz sowie Quereinsteiger aller Altersgruppen und sind über einen Bildungsgutschein förderfähig.

Handwerker mit abgeschlossener Ausbildung im Metallbau, in der Elektrotechnik oder im Schreinerhandwerk können die Fortbildung zum Sonnenschutztechniker absolvieren. Der Lehrgang umfasst 120 Unterrichtsstunden und qualifiziert für Planung, Montage und Kundenbetreuung auch bei komplexen, motorisierten Großanlagen.

Studenten oder Berufseinsteiger aus den Bereichen Bauingenieurwesen, Architektur oder Elektrotechnik erhalten über Trainee-Programme oder Praxisprojekte bei Herstellern und Fachbetrieben Zugang zur Branche. Diese Programme dauern meist 6 bis 12 Monate und führen direkt in feste Anstellungen oder Weiterqualifikationen.

Arbeitsalltag in einem Markisenbetrieb

Ein Arbeitstag startet vom Markisenbauer in Huisheim bis zum Markisengeschäft in Bürgstadt um 7:00 Uhr mit der Materialaufnahme im Lager – Markisenanlagen, Halterungen, Motoren, Steuerungen, Werkzeug. Auf der Baustelle wird zuerst die Wand oder Fassade geprüft. Danach erfolgt das Bohren und Setzen der Anker, bevor die Anlage montiert und ausgerichtet wird. Ein zweiköpfiges Team montiert im Durchschnitt drei bis vier Terrassenmarkisen pro Tag, bei Großanlagen für Gastronomie kann die Montage bis zu zwei Tage dauern.

Während der Montage übernimmt der Vorarbeiter die Abstimmung mit dem Kunden. Fragen zu Tuchauswahl, Bedienung oder Automatisierung werden direkt vor Ort geklärt. Bei Regen oder starkem Wind wird die Montage unterbrochen. Dann stehen Werkstattarbeiten wie Motorprüfung, Tuchzuschnitt oder Wartungsaufträge an. Der Wechsel zwischen Baustellenmontage und Werkstattarbeiten ist fester Bestandteil des Alltags.

Gefragt sind handwerkliches Geschick, Genauigkeit und Teamarbeit. Wer zuverlässig arbeitet, kann schnell zum Montageleiter aufsteigen. Zu den Aufgaben zählen dann auch die Endkontrolle, Dokumentation der Befestigungspunkte sowie die Einweisung der Kunden in Motorsteuerung und Wartung. Erfahrene Mitarbeiter übernehmen Projekte wie die Montage einer Markise in einem Einfamilienhaus in Haunetal, die Angebtotsberatung für eine elektrische Markise in Göcklingen oder die Reparatur einer Markise in einem Cafe in Reifenberg.